Neonazi-Kampfsportgruppe: Staatsanwälte erheben Anklage gegen vier Männer
Die Staatsanwälte sagten, die vier seien führende Mitglieder einer rechtsextremen Kampfsportgruppe namens "Knockout 51", "Hierbei handelte es sich um eine rechtsextremistische Kampfsportgruppe, die unter dem Deckmantel des gemeinsamen körperlichen Trainings junge, nationalistisch gesinnte Männer anlockte, diese bewusst mit rechtsextremem Gedankengut indoktrinierte und für körperliche Auseinandersetzungen mit Polizeibeamten, Angehörigen der politisch linken Szene und sonstigen als bekämpfenswert erachteten Personen ausbildete", hieß es.
Die Gruppe, die etwa zehn aktive Mitglieder hatte und Verbindungen zu rechtsextremen Akteuren in anderen Teilen Deutschlands hatte, versuchte, in Eisenach ein "Nazi-Viertel" einzurichten und ihre Mitglieder verletzten mehrere Menschen, sagten Staatsanwälte. Demnach mischten sich die Beschuldigten unter anderem unter "Querdenken"-Demonstrationen gegen die Corona-Politik, wollten in einem "Nazi-Kiez" für Ordnung sorgen, brachen - ausgestattet unter anderem mit schlagkraftverstärkenden Quarzsand-Handschuhen - bei verschiedenen Vorfällen mehreren Menschen Knochen und warfen schwere Steine gegen das Jugend- und Wahlkreisbüro der Linkspartei in Eisenach. Ihre Trainings hielt die Gruppe in der Landesgeschäftsstelle der NPD ab.
Sie reisten angeblich auch zu Protesten gegen die Corona-Beschränkungen, bei denen es zu Zusammenstößen mit der Polizei und Gegendemonstranten kam, und lieferten sich Schlägereien mit linken Aktivisten in der Hoffnung, diese schwer zu verletzen oder zu töten. "Seit mindestens April 2021 besteht das Ziel des Vereins darin, Menschen aus der linksextremen Szene zu töten", heißt es in einer Erklärung der Staatsanwaltschaft.
Die vier Männer waren Anfang April 2022 bei einem großangelegten Schlag gegen die militante Neonazi-Szene festgenommen worden. Mehr als 800 Polizisten und Polizistinnen waren zu über 60 Durchsuchungen in elf Bundesländern ausgeschwärmt. Die Bundesanwaltschaft ermittelte nach damaligen Angaben gegen 50 mutmaßliche Rechtsextremisten. Die nun Beschuldigten sind seither in Untersuchungshaft.
agenturen